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DaS TOR ZUM MITTELMEER UND ZU EUROPA

 

Wo das Mittelmeer auf den Atlantik trifft und Europa von Afrika aus zum Greifen nah scheint, gibt es neben den vielen Walarten und der hohen Biodiversität auch andere Themen die es hin und wieder in die mitteleuropäischen Tagesaktualitäten schaffen oder die einen mindestens zum Nachdenken anregen..

Für viele afrikanische Flüchtlinge birgt die Strasse von Gibraltar einerseits Hoffnung andererseits auch oft ungeahnte und unterschätzte Gefahren. Trotz des hohen Verkehrsaufkommen und den heftigen Strömungen und Winden die herrschen können, versuchen Jahr für Jahr ungezählte Menschen die Meerenge zu überqueren um nach Europa und somit in eine bessere Zukunft zu gelangen. Viele bezahlen diese Überfahrt mit ihrem Leben. Sei es weil ihr überfülltes, untermotorisiertes, seeuntüchtiges Schlauchboot kentert, sei es weil skrupellose Schieberbanden sie mit Gewalt um ihre letzten Habseligkeiten bringen.

Hin und wieder kommt es so auf der Meerenge zu Begegnungen der anderen Art. So geschehen am 30. August dieses Jahres, als das firmm® Boot bei der ersten Ausfahrt am Morgen auf 3 afrikanische Immigranten in einem Schlauchboot traf. Ohne Motor, den Strömungen hilflos ausgeliefert trieb das kleine Boot auf der Wasseroberfläche. Die Insassen benutzten selbst gebastelte Ruder die sie jedoch kaum vom Fleck und schon gar nicht aus der Gefahrenzone brachten in welcher sie sich befanden. Die riesigen Frachter die Tag für Tag die Strasse von Gibraltar passieren, waren nur wenige hundert Meter entfernt. Da es einerseits untersagt ist, Flüchtlinge an Bord zu nehmen, es sei denn sie befinden sich in

In dem winzigen Schlauchboot versuchten die drei Männer die Strasse von Gibraltar zu überqueren.

akuter Lebensgefahr, andererseits aber Pflicht ist Leuten in Not zu helfen, alarmierte der Kapitän von firmm® die spanische Seerettung, welche die durchfrorenen und erschöpften Männer aufsammelte. Während dieser Zeit blieb das Boot von firmm® in der Nähe des kleinen Schlauchbootes um die Position zu markieren und damit weitere Gefahren für die drei Insassen zu minimieren.

Obwohl man vor Ort warten musste, konnten die Passagiere trotzdem Tiere beobachten, denn in der näheren Umgebung um das Schlauchboot schwammen ca. 200 Gestreifte Delfine umher. FOTO 2
Solche Begegnungen führen einem immer wieder vor Augen, dass sich in diesem Gebiet zwischen Mittelmeer und Atlantik neben der Biologie noch sehr viel mehr abspielt, das weiträumige soziale, wirtschaftliche und kulturelle Fragen aufwirft. Nur wenn diese Problematik mit angegangen wird, kann die Meerenge effizient und sinnvoll geschützt werden.

Das Rettungsboot, welches im Hafen von Tarifa stationiert ist, rückt immer wieder zu Rettungseinsätzen dieser Art aus.


 

         
 

BLEIBEN DIE POTTWALE?

 

Nachdem wir im letzten Newsletter von der sensationellen Beobachtung einer Pottwalpaarung berichten konnten, haben wir natürlich ein besonderes Augenmerk auf diese Tiere gerichtet.

Pott Wale Fluke

Unsere ersten Beobachtungen und Schlussfolgerungen, welche darauf hindeuteten, dass die Pottwale schon bald das ganze Jahr in der Strasse von Gibraltar zu beobachten sein könnten, scheinen sich weiter zu bekräftigen. Bis zum Zeitpunkt dieses Newsletters konnten die Tiere ohne längere zeitliche Unterbrüche vor Tarifa beobachtet werde.

Nun folgt natürlich die Wintersaison in der leider keine Ausfahrten stattfinden werden. Die Spannung bleibt uns also auch für das nächste Jahr erhalten. Für das Gebiet der Strasse von Gibraltar wäre die ganzjährige Anwesenheit der Pottwale ein Ass im Ärmel im Kampf um die Durchsetzung von neuen Schutzbestimmungen und Richtlinien im Schiffsverkehr.

         
 

 

Schulen bei firmm®

Die Schüler der Academia Engiadina bei einer Einführungs-vorlesung zu geografischen Informationssystemen (GIS)

firmm® geht immer wieder in spanische und unterdessen auch marokkanische Schulen um den

Kindern die Wale in der Strasse von Gibraltar näher zu bringen und Verständnis für die Tiere und ihre Umgebung zu wecken. Dann gibt es aber auch Schulen, die nach Tarifa kommen um hier mit firmm® neue oder vertiefte Einblicke in die Welt der Ozeane und der Meeressäuger zu bekommen.

In diesem Jahr waren neben den Studenten der Universität Basel unter anderem auch zwei Gymnasialklassen hier zu Gast. Eine aus dem Gymnasium Bäumlihof (Basel) eine andere von der Academia Engiadina (Graubünden) Neben den Whale Watch Ausfahrten haben beide Schulklassen das Litoral bewandert und sich mit dem Plankton auseinandergesetzt. Es waren intensive und abwechslungsreiche Tage bevor es für die Schüler mit einer Palette neuer Erfahrungen und Erlebnissen wieder zurück in die Schweiz ging.

Gymnasiasten des Schulhauses Bäumlihof in Basel beim Mikro-skopieren von Plankton

 

Spanische Schule Spanische Schulkinder bekommen vor der Aus-fahrt eine Einführung.


 
         
 

INFORMATIONEN

 

Ferienmessen 2008 in der Schweiz:

Sie finden uns im Januar und Februar 2008 wieder in Bern, Zürich, St. Gallen und Basel am Stand von firmm und bei den täglichen Vorträgen. Freiwillige Helferinnen sind herzlich willkommen! Bitte meldet Euch bei firmm98@aol.com.


 

Kursprogramm 2008 ist auf www.firmm.org runterladbar.


Die Wal- und Delfin-Beobachtungskurse beginnen mit Ostern, d.h. am 17. März 2008 und der letzte Kurs im Herbst beginnt am 13. Okt.2008.

Kinder – Jugend Lager 2008: findet statt vom:

20.Juli bis 3. August 2008. Das Programm 2008 ist auf www.firmm.org runterladbar.
 



Weitere Informationen unter:

www.firmm.org

www.dolphinresort.org

         
 

 

firmm® im bilde


Daniele Grieco und seine Crew während den Vorbereitungen zu Unterwasseraufnahmen.

Das mediale Interesse an der Strasse von Gibraltar und den darin vorkommenden Walen, sowie an der Arbeit von firmm® nimmt stetig zu. So wurden in diesem Jahr verschiedene Filmproduktionen angegangen, die entweder im spanischen und belgischen Fernsehen ausgestrahlt wurden oder noch in Bearbeitung sind.

Das grösste Unterfangen ist sicherlich die Produktion von Stella Maris Film, einer deutschen Produktionsfirma

unter der Leitung von Daniele Grieco, welche eine Dokumentation über die Tiere, firmm® und das entstehende Dolphin Resort in Marokko dreht. Während ca. 2 Monaten filmte die Crew um Daniele auf und im Wasser und hin und wieder auch an Land. Diese Aufnahmen sollen in den nächsten Monaten zu einer Dokumentation in Form eines TV/Kinofilms zusammengestellt werden. Auf das Resultat darf man sehr gespannt sein.

 
bartenWALE VON GIBRALTAR
 

Gestrandeter Buckelwal (firmm)

Die Saison 2007 geht zu Ende und wir verabschieden uns von den Walen. Theoretisch müsste die Finnwalwanderung Richtung Mittelmeer jetzt einsetzen, aber wir werden es nicht bestätigen können. Auch ein anderer Bartenwal ist mitunter in der Straße zu finden, der Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata). Er gehört zu den kleineren Furchenwalen und ist halb so groß wie der Finnwal. In diese Familie der Bartenwale gehören die drei größten: der Blauwal (Balaenoptera musculus), der Finnwal (Balaenoptera physalus) und der Buckelwal (Megaptera novaengliae).

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Gestrandeter Finnwal (Carine Zimmermann)

Im weblog haben wir schon berichtet, dass ein Buckelwal in „Zahara de los Atunes“ gestrandet ist und ein Finnwal in „Bolonia“. Die Bartenwale sind zwischen 1920 und 1960 in der Meeresenge stark bejagt worden. Vermutlich hätte man Anfang letzten Jahrhunderts als Whalewatcher viele dieser Tiere beobachten können.

Immerhin waren es dieses Jahr 38 Finnwale, verteilt auf 31 Sichtungen. Bis auf vier, sind alle Richtung Atlantik geschwommen. Die größte Gruppe bestand aus drei Walen. Der seltene Zwergwal hat sich zwei Mal blicken lassen. Es bleibt abzuwarten ob deren Sichtungen auch zunehmen, wie es bei den Finnwalen der Fall ist.

Ob sich nun nach den Jahren der Jagd langsam mehr Bartenwale hier aufhalten (dann müssten sie im Herbst wieder ins Mittelmeer schwimmen) oder ob immer mehr von ihnen das Mittelmeer Richtung Atlantik verlassen, kann man im Sommer nicht herausfinden. Hoffen wir, dass ersteres zutrifft und somit einmal eine gute Nachricht für die Wale zu verkünden ist.

Jörn Selling, Meeresbiologe


 
 
 


BUCKELWAL

Megaptera novaeangliae

Buckelwal

 

Besondere Merkmale:

Der Buckelwal (Megaptera novaeangliae) ist blauschwarz bis schwarz gefärbt. Ober- und Unterkiefer sowie die Vorderkante der Flipper sind mit Tuberkeln (Beulen) besetzt, auf der Haut befinden sich außerdem kleine Parasiten (Seepocken und Walläuse). Buckelwale haben sehr lange Flipper, die bis zu einem Drittel der Körperlänge ausmachen können. Beim Atlantischen Buckelwal sind die Flipper gewöhnlich auf beiden Seiten weiß, beim Pazifischen Buckelwal ist die Oberseite meist dunkel. Die Finne ist sehr klein, dahinter befindet sich ein sogenannter Buckelkamm, der bis zum Ende des Schwanzstiels verläuft. Die Hinterkante der Fluke ist stark gebogen und unregelmäßig. Aufgrund der individuellen Färbung der Flukenunterseite lassen sich einzelne Individuen identifizieren.

 
Daten:  
   
Größe: 11,5 - 15m
Gewicht: 25 - 30 Tonnen
Nahrung: Krill, im Norden auch Schwarmfische
Vorkommen: alle Ozeane bis zu den Packeisgrenzen, saisonale Wanderungen, überschreiten die Äquatorgrenze nicht
Bestand: gefährdet
 
 

 

tÜmmler und grindwale zeigten sich immer vertrauensvoller!

 
Unter den ca. 200 geschätzten Tümmlern, gab es eine Teenager Gruppe, die sich häufig ganz speziell auffällig am Boot tummelte. Sie kamen so weit sie konnten aus dem Wasser raus, um aufs Boot zu gucken (Bild1)
 
oder sie spritzten mit der Schwanzflosse die Leute regelrecht nass (Bild2).
 
Witzig waren 3 Tümmler- und 3 Grindwal-Junge welche sich gegenseitig anspornten und ihre Kunststücke vor dem Boot zeigten. Die Tümmler machten den Grindwalen vor, wie sie uns anspritzen und prompt versuchten es die Grindwale auch (Bild 3 und 4).
 

Dann zeigten die Grindwale, wie sie uns mit einem klassischen Spyhopping betrachten während dem die Tümmler ihnen zuschauten (Bild 5 )
 
und gleich darauf kopierten die Tümmler die Grindwale und guckten auch hoch (Bild 6).  
Dann drehten sich die Grindwale auf den Rücken (Bild 7) und schon drehten sich die 3 Delfine auch auf den Rücken!
 

 

 

 

 

 

Die Grindwale haben sich oft ganz in der Nähe des Bootes gepaart (Bild 8 und 9).

 

 

Speziell berührend war der Delfin, welcher sich während 11 Minuten (Zeit vom ersten bis zum letzten Foto) auf den Rücken legte und uns mit dem Bauch nach oben (Zeichen von Vertrauen) begleitete. Erst nach 11 Minuten drehte er sich zurück um wieder zu atmen. Es war eine unglaubliche „Vorstellung“!

 

 

Sensationelle Sprünge zeigten sie uns kürzlich, vor der Kulisse von Tarifa (Bild 11)

 

 

Nun werden wir einige Monate nicht mehr kommen, wir werden sie vermissen die übermütigen Grossen Tümmler und die friedlichen Grindwale der Strasse von Gibraltar!


10. firmm® -Treffen

 

Am 26. Januar 2008 um 17.00 Uhr findet im Kultur- und Kongresshaus Aarau /CH unser 10. firmm®- Treffen statt. Jedermann ist herzlich eingeladen mit uns einen gemütlichen und informativen Abend zu verbringen, der wiederum den Meeressäugern gewidmet sein wird.

Erfahren Sie mittels interessanten Kurzvorträgen, Multimediashows und Filmen Aktuelles über unsere Forschungstätigkeiten und Erlebnisse vom Sommer 2007 und natürlich über die Fortschritte bei der Realisierung unseres Dolphin Resorts in Marokko.

Es freut uns, dass unser Stiftungsrat Prof. David Senn uns persönlich von seinen Erlebnissen während der Transatlantik-Überquerung auf der „SUN21“ erzählen wird.

 

Nebst diversen Kurzreferaten, unter anderen von unserem Meeresbiologen Michael Casanova wird der Produzent eines Dokumentarfilms, Daniele Grieco, über firmm® und die Wale und Delfine in Tarifa uns eine Vorschau des Gefilmten zeigen. Vladas Martirosas wird von seinen Vorbereitungen für die Forschung und Haltung der Delfine im Dolphin Resort in Marokko berichten und je nach Stand der Dinge wird unser Investor Ihnen das neue Marokko Projekt vorstellen.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit möglichst vielen lieben Wal- und Delfin Freunden.

Ihr firmm®-Team

(Die Einladung mit Anmeldetalon kann auf www.firmm.org herunter geladen werden)


 

Marokko

 

Aus Marokko gibt es noch nicht viel zu berichten. Wir erwarten von der Regierung aus Tanger das Angebot des Terrains für die vergrösserte Anlage WAVE ONE. Im Juli und August waren die Behörden grösstenteils in den Ferien, da ging nichts!. Im September fand der Ramadan statt und nun fiebern alle dem Entscheid
  am 27. Nov entgegen, ob die EXPO 2012 in Tanger stattfinden wird oder nicht. Bis dahin werden wir uns gedulden müssen…und so werden wir wohl die Winterpause umso intensiver nutzen, das Dolphin Resort voran zu bringen.


         
 

firmm® Schweiz
Stiftungsrat: Katharina Heyer, Prof. David G. Senn, Benny Stutz, Daniel König
Massholderenstr. 48, CH-8143 Stallikon, Schweiz
Tel.: ++41 44 700 15 21 • Mobile: ++41 79 356 96 46
• Fax: ++41 44 700 61 40 • E-Mail:firmm98@aol.com
Homepage: • www.firmm.org • www.dolphinresort.org

firmm® España
Stiftungsrat: Katharina Heyer, Prof. David G. Senn, Benny Stutz
Pedro Cortés 4, E-11380 Tarifa, Spanien
Tel.: ++34 956 62 70 08 • Mobile: ++34 619 459 441 • Fax:++34 956 68 14 24

firmm® Maroc
Stiftungsrat: Katharina Heyer, Prof. David G. Senn, Rachid Chrigui
18, Rue Farabi, 3 ème étage, Bureau no. 9, Tanger, Marokko
Tel.: ++212 6108 7106
Internetgestaltung und Newsletter:
Jürg Brack