
Als ich anfangs 1998 zum ersten Mal in Tarifa, an der Meerenge von Gibraltar war, ahnte ich nicht, was ich dort entdecken würde. Wir fuhren mit einem gecharterten Tauchboot hinaus aufs Meer und fanden viele Grosse Tümmler und mehrere Schulen von Grindwalen. Diese überraschenden Begegnungen beeindruckten und berührten mich sehr und als ich dann noch hörte, dass Fischer im Sommer sogar schon Orcas gesehen hätten, wollte ich mehr wissen über die Meeressäuger im "Estrecho".
Bei den einheimischen Fischern konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen, da ich kein spanisch sprach und so erkundigte ich mich in der Schweiz bei Studenten von Prof. Senn an der Universität in Basel. Es stellte sich heraus, dass bis dato keine kontinuierliche Forschung in der Meerenge betrieben worden war und man weder viel über die dort lebenden Meeressäuger wusste, noch darüber, welch ausserordentliches Naturphänomen die Meerenge zwischen dem europäischen und afrikanischen Kontinent darstellt.
Die Idee, eine Plattform zu schaffen, auf der Informationen gesammelt und ausgetauscht werden können und eine Begegnung mit den Tieren stattfinden kann, war geboren. Als Nicht-Biologin war es mir ein Bedürfnis, Forschern und Laien gleichermaßen den Zugang zu diesem noch nahezu unerschlossenen Gebiet zu ermöglichen.
Bereits im April 1998 gründeten wir gemeinsam mit Prof. David Senn und Benny Stutz die Stiftung
firmm in der Schweiz und im Juli 1998 auch in Spanien. Seither sorgen wir durch Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und respektvolles Whale Watching für Aufklärung, Sensibilisierung und einmalige Begegnungen mit den Walen und Delfinen in der Strasse von Gibraltar. Im Winter besuchen wir Schulen in Spanien wie auch in der Schweiz und sorgen für Aufmerksamkeit für die Bedrohungen und Gefahren, denen die Wale und Delfine heute ausgesetzt sind.
Der Austausch mit Experten und Interessierten führt immer wieder zu neuen Ansätzen und Möglichkeiten, den Tieren noch mehr zu helfen. So stellte sich heraus, dass es in Europa noch keinen Ort gibt, wo Delfine aus Zoos und Delfinarien ihren Lebensabend in natürlicher Umgebung, geschützt und betreut, verbringen können.
Die Suche nach einem geeigneten Ort für ein Delfin-Refugium führte uns in mindestens 20 Buchten in Marokko. Jedoch nur "Ras Laflouka" bietet mit der natürlichen Lage und der bereits vorhandenen Hafenanlage die nahezu idealen Rahmenbedingungen.
Ein langer Weg begann; zahlreiche Besuche vor Ort, unzählige Vorsprachen bei Behörden und Politikern und Konsultationen mit Architekten, Topographen und Technikern folgten.
Die Marokkanische Regierung begegnet unserem Ökoprojekt mit großem Interesse und hat uns die Unterstützung zugesagt und immer wieder bestätigt.
Wir freuen uns über das Wohlwollen und jede Hilfe, die unser Projekt zum Gelingen führt.